Wattensail Carolinensiel

Wattensail: Treffen der Küstensegler

Museumshafen
Der Museumshafen Carolinensiel bei der Wattensail 2016

Ein Meer von Masten, historische Küstensegler im Hafenbecken dicht an dicht in mehreren Reihen vertäut: Am zweiten Wochenende im August versammelten sich im kleinen Museumshafen im ostfriesischen Carolinensiel bei der 26. Wattensail zahlreiche historische Küstensegler. Die Schiffe reisten von der ganzen ost- und westfriesischen Küste an.

Highlights unter den top gepflegten und festlich herausgeputzten Segelschiffen waren unter anderem die Schmack Gesine von Papenburg und der in Carolinensiel beheimatete Segelkutter Gebrüder AZ:5. Aber auch die Bremen, ein Versuchsrettungskreuzer und Urvater der modernen Seenotrettungskreuzer der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) fand bei den Besuchern großes Interesse.




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Schmack Gesine von Papenburg

Die stolze Gesine von Papenburg mit einem Groß- und einem Besanmast repräsentiert einen im 17. Jahrhundert in Ostfriesland entwickelten Schiffstyp, der als Lastensegler für die Binnen- und Wattfahrt entwickelt wurde. Vorbild für den Nachbau war die 1805 gebaute Schmack Aurora von Papenburg. Das Schiff ist 19 Meter lang und fünf Meter breit und konnte 100 Tonnen Güter befördern. Der Frachtraum wurde für Ausstellungen hergerichtet. Der an die Anforderungen der modernen Seefahrt angepasste Nachbau wurde von den Auszubildenden der Meyerwerft hergestellt.

Die 14,95 Meter lange, zweimastige Gebrüder AZ:5 ist das letzte noch erhaltene, seetüchtige als Segelschiff gebaute Fischereifahrzeug an der ostfriesischen Küste. Das 1929 gebaute Schiff war ursprünglich beheimatet in Neuharlingersiel. Seit 1995 liegt sie im Museumshafen Carolinensiel. Zusätzlich zu den Segeln verfügt das Schiff über einen 20-PS Glühkopf-Dieselmotor, da bereits beim Bau klar war, dass die Zeit der Fischerei unter Segeln zu Ende ging.

Versuchs-Seenotrettungskreuzer Bremen

Das Motorrettungsboot Bremen wurde 1931 gebaut und Anfang der 50-er Jahre umgebaut zu einem Versuchs-Seenotrettungskreuzer mit einem Tochterboot in einer Wanne am Heck, das auf See ausgesetzt und wieder aufgenommen werden konnte. Das Schiff war bis 1965 im Rettungseinsatz und diente anschließend als Hafenschlepper und später als Yacht. Der bis dahin letzte Eigner ließ die Heckwanne und das Beiboot entfernen und richtete an dieser Stelle einen Aufenthaltsraum ein. Heute liegt das Schiff im Museumshafen Vegesack in Bremen und soll wieder weitgehend in den Urzustand von 1953 als Seenotrettungskreuzer zurückgebaut werden. Allerdings ist nicht bekannt, wo das Tochterboot verblieben ist. Zahllose Besucher besichtigten bei der Wattensail das Schiff, kletterten hinauf auf den Fahrstand und unter Deck bis hinab in den Maschinenraum.

In der Hosenboje über die Harle

Bei ihrer Parade auf der Harle hatten Seeleute und Besucher Pech: Pünktlich zum Ablegen setzte Regen ein und endete erst, als die Schiffe wieder in den Hafen einliefen. Dennoch war der Korso auf dem Fluss ein tolles Bild. Der Samstag versöhnte dann mit sonnigem Spätsommerwetter und die schönen Schiffe konnten im Sielhafen bewundert werden. Ältestes Schiff war übrigens die Tjalk Marianne Johanne, die von 1891 bis 1952 als Frachtschiff in Belgien, den Niederlanden, Deutschland und Dänemark unterwegs war.

Über der Harle wurde die Rettung von Schiffbrüchigen mit einer Hosenboje demonstriert. Die Freiwilligen, die sich dazu über den Fluss ziehen ließen, wurden schon mal ziemlich nass. Auch das Ruderrettungsboot August Grassow wurde im Hafenbecken in Fahrt gezeigt und konnte besichtigt werden.

Termin Wattensail 2017

Nach dem Fest ist vor dem Fest. Der Termin für die nächste Wattensail 2017 steht bereits fest: Von Freitag, 11. August, bis Sonntag, 13. August, werden die Traditionssegler wieder in dem kleinen Museumshafen festmachen. Der Korso auf der Harle wird am Samstag gegen 14.00 Uhr starten. Es ist übrigens bereit die 27. Auflage des Festes, das Seglerherzen höher schlagen lässt.



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